Das Spiel mit den Farben und Formen

Zypern im Frühling, die Farben des Stadtviertels La Boca in Buenos Aires. Christine Aebischers Bilder wecken in jedem Betrachter andere Geschichten und Orte.

Neuhausen am Rheinfall Die Neuhauser Künstlerin Christine Aebischer ist in Schaffhausen keine Unbekannte. Mit verschiedenen Ausstellungen hat sie schon auf sich aufmerksam gemacht. Das Ausstellen verbindet sie auch mit Reisen. Dann, wenn sie in Berlin, Leipzig, Mannheim, New York, Schanghai oder Malta ihre Werke zeigt. Nein, bis nach Schanghai habe sie es nicht geschafft, erzählt die Künstlerin. Sehr wohl aber ihre Bilder, die an der Art Fair zu sehen waren. Aber die anderen Städte hat sie, sozusagen mitsamt ihren Bildern im Gepäck, besucht. Zurzeit stellt sie zusammen mit Dieter Eichelmann in der Galerie im Kraftwerk in Schaffhausen ihre neuen Arbeiten aus. Es ist eine ihrer zahlreichen Ausstellungen in der Region.

Thematisch gegliedert, reihen sich die farbenfrohen Acrylmalereien an den Wänden und auf dem Fenstersims der Galerie. Assoziiert man ihre Bilder mit Ländern, Städten und Landschaften, dann würde die Reise im Frühling nach Zypern und für die kräftigeren Farbtöne nach Buenos Aires ins Stadtviertel La Boca führen. Sie lässt in ihren Bildern die Motive offen. So sieht jeder etwas anderes in ihren Bildern, wie sie erzählt. Das soll auch so bleiben. «Es soll ein Dialog entstehen», meint sie und freut sich darüber, dass viele Menschen in ihren Bildern immer wieder etwas Neues entdecken. Neues entdecken und ausprobieren, das interessiert auch Aebischer. Obwohl sie ihrem Medium, der Malerei, und im Speziellen den Acrylfarben treu bleibt. Auch ihr Stil hat sich in den vergangenen Jahren nicht gross verändert. «Früher waren meine Arbeiten viel strukturierter», meint Aebischer aber dann doch, während sie ihre Arbeitsmappe durchblättert. Die neueren Bilder erwecken den Eindruck, dass die Künstlerin heute freier, mit einer grosszügigeren Geste, arbeitet, was sie auch bestätigt. Diese Geste führte bei ihr zu vielschichtigeren Bildern als ihre früheren Werke. Ein auffälliges Merkmal ihrer Bilder, nebst den Farben, sind die Formen, die sie mit Schablonen auf die Leinwand bringt. Schicht für Schicht mäandern diese über, unter oder durch die Schichten hindurch. Schicht für Schicht: So entstehe bei ihr im Atelier ein Bild, sagt Aebischer, die sich seit diesem Sommer beruflich für die Kunst entschieden hat. Ein bisschen Mut habe dieser Schritt in die Selbständigkeit schon gebraucht, sagt sie und lacht.

17.11.2011
von Claudia Härdi




Christine Aebischer, Schaffhausen

Fasziniert von feuriger Farbe, emotionaler Form und filigraner Struktur, sind ihre Bilder Ausdruck künstlerischer Auseinandersetzung mit der Natur und ihrem direkten Umfeld. Augenblicke, Begegnungen oder Erlebnisse verknüpfen sich mit Assoziationen einer Bildidee. Weder zentrale Motive noch durchgängige Farb- und Formgebungen prägen die Bilder der Künstlerin. Viel mehr beruhen sie auf der Beobachtung, auf dem momentanen Gefühl oder auf der Erfahrung ihrer Sinne. Das Andeuten soll Geheimnisse wachrufen und die Interpretation dem Betrachter überlassen. Jeder soll das sehen was er sucht.

Die Künstlerin ist bereits seit Jahren auf Internationalen Kunstausstellungen im europäischen, amerikanischen wie auch im asiatischen Raum zu finden und vertritt die Abstraktion mit einer für sie unverwechselbaren und erfolgreichen Bildsprache.

Januar 2011
Sylvia Bühler
Kunstbeauftragte
Klinik Stephanshorn


aebischer@christine-aebischer.ch